Georg Günther – Ihr MdB

Friedrich-Loeffler-Institut

Zu Besuch am Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems

Gemeinsam mit meinem Kollegen Dr. Oliver Voigt durfte ich das auf der Insel Riems besuchen. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) wurde 1910 von Friedrich Loeffler zur Erforschung der Maul- und Klauenseuche gegründet. Am 10. Oktober 1910 begann Loeffler offiziell mit seinen Forschungsarbeiten auf der Insel Riems. Das Institut gilt als weltweit erste virologische Forschungsstätte und gehört damit zu den ältesten Virusforschungsinstituten der Welt.

Heute ist das FLI das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Es verfügt über fünf Standorte und rund 850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Hauptstandort befindet sich auf der Insel Riems.

Bei einer Führung über die Anlage konnten wir einige Labore besichtigen und uns von der Leistungsfähigkeit moderner Mikroskopie überzeugen. Besonders spannend war die Demonstration der gesamten Diagnostikpipeline am Beispiel des neu in Deutschland nachgewiesenen „Shamonda-like“-Virus, eines bislang nicht näher charakterisierten Orthobunyavirus aus der Simbu-Serogruppe. Das FLI hat den Erreger im August 2026 bei erkrankten Rindern in Süddeutschland nachgewiesen. Vielen Dank an Dr. Kerstin Wernike und Dr. Dirk Höper für die fachlichen Einblicke und die anschaulichen Erläuterungen.

Was mich besonders beeindruckt hat: Hier wird nicht nur im Labor geforscht. Hier werden im Ernstfall Erkenntnisse gewonnen, die darüber entscheiden können, wie schnell eine Tierseuche erkannt, eingegrenzt und bekämpft werden kann. Wissenschaft wird damit unmittelbar zu praktischer Vorsorge – für Landwirtschaft, Tiergesundheit und letztlich auch für den Menschen.

Einzigartig in Europa: Das FLI verfügt am Standort Insel Riems über Hochsicherheitsbereiche bis zur Biosicherheitsstufe 4 (BSL-4), in denen auch Arbeiten mit Großtieren möglich sind. Der Standort verfügt damit über eine weltweit herausragende Infrastruktur für die Forschung an hochpathogenen Tierseuchenerregern.

Detektivarbeit im Seuchenfall: Die Bekämpfung von Tierseuchen liegt in Deutschland bei den Bundesländern. Das FLI übernimmt dabei unter anderem eine zentrale diagnostische Funktion. Als nationales Referenzlabor ist es aktuell für mehr als 75 meldepflichtige Tierseuchen bei Tieren benannt. Die Referenzlabore klären Verdachtsfälle ab, beraten die Veterinärbehörden und sichern die Qualität der Tierseuchendiagnostik in Deutschland. Hinzu kommt die epidemiologische Arbeit: Das FLI bewertet Risiken und beobachtet die weltweite Tierseuchenlage. So wird aus wissenschaftlicher Analyse ganz konkrete Vorsorge.

Mein herzlicher Dank gilt Präsidentin Prof. Dr. Christa Kühn und Dr. Bianca M. Bußmann für die wertvollen Einblicke und die Möglichkeit, diese wichtige Arbeit aus nächster Nähe kennenzulernen.

Wir wollen diese wichtige Arbeit auch weiterhin unterstützen und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Deutschland bei der Tierseuchenbekämpfung gut aufgestellt bleibt.