Mittendrin statt nur dabei
Wie gelingt moderne Ausbildung für Jugendliche mit Behinderungen oder besonderem Förderbedarf? Eine Antwort darauf habe ich bei meinem Besuch im Berufsbildungswerk (BBW) Greifswald bekommen – und dabei selbst einen Tag lang in den Werkstätten mit angepackt.
Gemeinsam mit Bereichsleiterin Stefanie Niemeyer habe ich über die Arbeit des BBW, die aktuellen Herausforderungen und die Bedeutung guter Rahmenbedingungen für den Übergang junger Menschen in den Beruf gesprochen. Anschließend ging es für mich direkt in die Praxis.
In der Metallwerkstatt konnte ich erleben, wie vielfältig und praxisnah die Ausbildung ist: Sägen, Bohren, Feilen und sogar Plasmaschweißen standen auf dem Programm. Besonders beeindruckt hat mich die Konzentration und Begeisterung, mit der die Jugendlichen an ihren Aufgaben gearbeitet haben.
In der Hauswirtschaft wurde es anschließend kulinarisch. Gemeinsam haben wir frischen Apfel-Waffelteig zubereitet und natürlich auch eine große Portion Waffeln gebacken.
Das BBW Greifswald bildet in mehr als 50 anerkannten Berufen aus. Mit dem eigenen „Fachdienst Neurodiversität“ leistet die Einrichtung zudem wichtige Pionierarbeit. Weil das Einzugsgebiet weit über Greifswald hinausreicht, gehört auch ein eigenes, barrierefreies Internat mit rund 300 Wohnplätzen zum Angebot.
Was nehme ich von diesem Tag mit?
Gute berufliche Perspektiven entstehen nicht von allein. Sie brauchen engagierte Menschen, praktische Möglichkeiten und ein starkes Netzwerk.
Gleichzeitig müssen wir die Rahmenbedingungen verbessern. Dazu gehören weniger bürokratischer Aufwand in der Jugendhilfe, eine stärkere Unterstützung der Berufsschulen und mehr Flexibilität für Betriebe vor Ort.